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Vor 70 Jahren: Freibaderöffnung in  Schnaittach 

Schnaittach. In diesem Jahr feiert das Freibad in Schnaittach sein 70jähriges Jubiläum und ist damit eines der ältesten Bäder im Landkreis.  Am Pfingstsamstag, den 30.Mai 1936 eröffnete das Freibad, das damals den Namen „Julius-Streicher-Kampfbahn Schnaittach“ trug, seine Pforten. Dies war nicht nur für die Badelustigen und Schwimmsportler ein Ereignis, sondern für die ganze Marktgemeinde Schnaittach. Mit der Eröffnung dieser Anlage erhoffte man sich eine wesentliche Steigerung des Fremdenverkehrs. Die Anlage wurde in nahezu zweijähriger Bauzeit erstellt. Das geräumige Wasserbecken vom 50 m Länge und 22,5 m Breite war damals vorbildlich für die ganze Region. Seine Tiefe verlief von 90 Zentimeter bis zu 3,60 Meter. Eine lustige Wasserrutsche sowie fünf Sprungbretter in Höhe von 1, 3 und 5 Meter vervollständigten die eigentliche Wasseranlage, zu der auch ein Planschbecken angegliedert war, sowie eine Sonnenbadanlage und eine Terrasse. Ein modernes Cafe und Restaurant sorgte für die Bequemlichkeit und das Wohlbefinden der Gäste. Der Pächter führte allwöchentlich einen Gesellschaftsabend ein und versprach Speisen und Getränke zu zivilen Preisen anzubieten. Leider lies das Pfingstwetter mit feinem Strichregen und kühler Luft ein Baden im Freien nicht zu. Erst Mitte Juni wurden die Tage immer heißer. Selbst für diejenigen, die nicht dem Wassersport huldigten, war es eine angenehme Erholung, auf der Terrasse bei einer Tasse Kaffee oder einem Glase Bier dem heiteren Treiben im Wasser zuzusehen oder die reizvolle Gegend zu beobachten. Die Schönheit der Anlage sprach sich auch in der Großstadt herum. Die 8. Klasse des Schulhauses am Webersplatz in Nürnberg machte mit ihrem Lehrer einen Ausflug in das Bad. Die Knaben haben den Weg von Nürnberg nach Schnaittach in fünf Stunden zurückgelegt. Zurückgeblieben ist keiner, was als gutes Zeichen für systematischen Sport gewertet wurde. Auch die Lehrer der hiesigen Volkshauptschule haben mit ihren Schülern von der neuen Schwimmsportgelegenheit sofort Gebrauch gemacht. Die Kinder wurden regelmäßig in das Bad geführt und mit dem Wasser vertraut gemacht. Dabei wurde  mit der Ansicht, daß Wasser habe keine Balken, gründlich aufgeräumt. „Das Wasser ist nicht gefährlicher als jedes andere Element, man muß es nur zu  meistern wissen, dann ist es ein guter Freund“. Da sich immer wieder herausstellte, daß die meisten Volksgenossen nicht schwimmen konnten, wurden Schwimmkurse angeboten. Die Gebühr für 6 Unterrichtsabende betrug 3.60 Reichsmark. In dieser Gebühr war der Eintritt ins Bad enthalten. Am Sonntag, den 21. Juni 1936 hatte das Bad einen derartigen Besuch, daß das Personal zu wenig wurde. Es wurden ca. 700 Badekarten ausgegeben, die Familien- und Dauerkarten nicht mitgerechnet. Es herrschte ein solch fröhliches Treiben, daß selbst Personen, die bisher reserviert abseits standen, nicht wiederstehen konnten und ebenfalls in den kühlen Fluten Zuflucht vor der großen Hitze suchten.   Am Sonntag, den 19. Juli 1936 erfolgte dann die offizielle Einweihung der gesamten Anlage durch den stellvertretenden Gauleiter Holz und Bürgermeister Bickel. Es fanden Schwimmwettkämpfe statt und humoristische Verführungen des Schwimmvereins Bayern 07 Nürnberg und abends wurde zum Tanz geladen in die neue Festhalle. Die ganze Anlage umfasste neben dem Schwimmbad einen Sportplatz und einen Tennisplatz. Auch die mächtige Turnhalle mit eingebauter Bühne für Veranstaltungen wurde an diesem Tage ihrer Bestimmung übergeben.  Die Ausführung der Arbeiten an der Anlage oblag meist Schnaittacher Firmen. Beteiligt waren unter anderem die Hafnermeister Gottfried Stammler und Konrad Summerer, die Zimmermeister Konrad Wörler und Konrad Trautner Für die Schlosserarbeiten waren die Meister Fritz Weiss, Fritz Geißler und Georg Wörler zuständig. Die Erdarbeiten wurden von der Gemeinde in eigener Regie durchgeführt.   Wie stand in der PZ vom Eröffnungstage zu lesen: „ Das neue Schwimmbad oder vielmehr die ganze Anlage hat eine unbeschreiblich schöne Lage. Umgeben von Wald und Bergen sowie Grünanlagen und netten Häuschen, hat es eine vollständig windgeschützte Lage mit Ausblick auf den altehrwürdigen Rothenberg mit seiner alten Festungsanlage“.